THEMA 2017

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OASEN

Im letzten Jahr haben 21 internationale KünstlerInnen aus 10 unterschiedlichen Ländern das MS ARTVILLE einen Sommer lang in eine temporäre Kunststadt verwandelt. Als kreative Störgeister intervenierten Kunstwerke und Performances auf unterschiedlichste Art und Weise im Raum und blickten hinter die architektonische Hülle und physische Gestalt der Stadt, hinterfragten gesellschaftliche Mechanismen, analysierten gesetzte Strukturen und störten oder veränderten den Raum, in dem sie entstanden sind, zum Positiven. So entstand 2016 eine real-utopische Geisterstadt im vielfachen Sinne.

MS ARTVILLE 2017: Oasen

In diesem Jahr ziehen wir uns zurück, besinnen uns auf das Gewesene und entdecken neue Orte in bekannter Umgebung. Eine jede (Kunst-)Stadt lebt nicht durch das offensichtlich Gesehene, sondern vom Nicht-Offensichtlichen: Orte, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind, Plätze, die erst beim Streifzug durch den Raum zufällig entdeckt werden und Inseln im restlichen urbanen Ozean. 2017 gehen wir thematisch neue Wege und machen uns auf die Suche nach den räumlichen und metaphysischen Oasen in der MS ARTVILLE Kunststadt.

Gemeinsam mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern, sowie den Besucherinnen und Besuchern wird unter dem diesjährigen Oberthema Oasen ein Blick in die Tiefen und Untiefen des Festivalgeländes des MS ARTVILLE gewagt und das gesellschaftlich-räumliche Spannungsfeld von Orten und Unorten ausgelotet. Oasen als wortwörtlich „bewohnte Orte“ sind umgeben von einem sich deutlich abhebenden Umfeld. Oasen gelten als metaphysischer Quell von Inspiration und Kreativität. Oasen können paradiesischer Rückzugsort und kreativer Gegenentwurf der restlichen, sich selbst umgebenen, Umwelt zugleich sein. In einem interdisziplinären künstlerischen Prozess machen wir uns im Sommer 2017 gemeinsam auf die Suche nach neuen und alten räumlichen und gesellschaftlichen Oasen.

Letztendlich führt das diesjährige Oberthema auch zu den räumlichen Ursprüngen des MS DOCKVILLE zurück. Seit zehn Jahren fügt sich das verwunschene Festivalgelände in die Hafen- und Industriekulisse in Hamburg-Wilhelmsburg ein und verharrt dabei wie eine temporäre Kreativoase im urbanen Raum.